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Mein "Guter Rat"

In dieser Rubrik finden Sie einige Ratschläge und Tipps. Meine jahrzehntelange Erfahrung mit den Kerrys möchte ich so mit Ihnen teilen:

Ein gut trainierter Kerry
Erste Selbsthilfe bei Fieber
Wenn der Hund Gras frisst…
Manche Hunde springen häufig Menschen an…

Ist ein gut trainierter Kerry ein besserer Sozialpartner?

Nach all den Erfahrungen, die ich seit über 35 jähriger Kerry-Haltung habe, kann ich sagen, dass die Basis für einen guten, vertrauensvollen Partner, eine korrekte und liebevolle Ausbildung – die eigentlich beim Züchter schon spielerisch beginnen könnte – ist. Ich spreche hier nicht von irgendwelchen Tricks, sondern einfach nur von Grundkommandos, die man begleitend zu einem guten Welpen- und Junghundkurs, zu Hause in entspannter Atmosphäre oder bei den täglichen Spaziergängen üben sollte.

Hund und Katze

Das Kommando „KOMM“ ist äußerst wichtig und sollte von Anfang an dem Welpen beigebracht werden. Man verwende anfangs immer noch mit den Namen des Welpen und belohnt ihn sofort, wenn er kommt. Ignoriert der kleine Kerry das Kommando, so ruft man ihn niemals zu sich, um ihn zu bestrafen oder zu schimpfen; anstatt dessen ignoriert man sein Fehlverhalten und baut das Kommando beharrlich und konstant neu auf. Wichtig ist, dass man ihm niemals ein Kommando gibt, welches er nicht kennt.

Wiederum sind Kommandos, die er gelernt hat, unbedingt korrekt auszuführen. Übergeht man dieses Fehlverhalten und denkt, dann macht er es sicherlich beim nächsten Mal wieder richtig, dann lernt der kleine/junge Kerry in kurzer Zeit, das vom Hundeführer gegebene Kommando zu ignorieren und wird sich künftig durchsetzen oder gar verselbstständigen. Also ist Konsequenz das Wichtigste in der Kerry-Erziehung. Deshalb sollte man den Kerry erst frei laufen lassen, wenn er auf das Kommando „KOMM“, hört (zugegeben manchmal etwas schwierig, besonders wenn man einen Kerry hat, der gerne seine Terrier-Nase einsetzt).

Hat der Kerry etwas falsch gemacht, dann sollte man es ihm mit „NEIN“ oder „FALSCH“ schon signalisieren; hat er das Kommando richtig ausgeführt, dann zeigt man es mit dem Wort „OK“, „SUPER“ oder „PRIMA“ ebenfalls an. Niemals verwendet man aber mehrere Worte!

Vor allem sollte man immer daran denken, dass jegliches Kommando, welches der Hund korrekt ausgeführt hat, erstens mit der Stimme und zweitens mit einem Ballspiel oder besonderer Futtergabe belohnt wird. Baut man seinen Welpen so auf, wird der kleine oder große Kerry schnell merken, wie toll es ist, Kommandos richtig auszuführen.

Bei allem Arbeiten sollte man aber niemals vergessen, dass für den Welpen, Jung- oder gar erwachsenen Hund das Spielen zum Auflockern und Entspannen ganz wichtig ist.

Erste Selbsthilfe bei Fieber

Wenn es schneit und draußen so richtig nass und kalt ist, erkälten sich oftmals die Welpen und Junghunde recht schnell. Sie toben mit anderen Artgenossen im Schnee und trotz guten Abtrocknens und Föhnen holen sie sich leicht eine Erkältung und haben urplötzlich Fieber. Deswegen rate ich jedem Hundebesitzer – wenn sonst sehr lebhafte Hunde plötzlich ruhig wird, kaum spielen und auch fressen wollen – als erste Selbsthilfe die Körpertemperatur zu messen.

40 Grad Fieber und auch mehr sind keine Seltenheit. Und da man ja oftmals einige Stunden bis zur Praxiseröffnung warten muss, sollte man sofort mit dem Anlegen von Wadenwickeln beginnen. Man macht vier Waschlappen mit kaltem, aber bitte nicht eiskaltem  Wasser nass und wickelt um jedes Bein einen davon. Dann wickelt man darüber ein normales Frottierhandtuch; manchmal reicht auch ein Gästehandtuch. Den ganzen Hund deckt man nun mit einem großen Frottierhandtuch (bitte keine Woll- oder Fleece-Decke verwenden) so ab, dass die Eigenwärme im Körper bleibt. Wichtig ist jetzt, dass man den Kreislauf des Hundes überwacht: Die Atmung soll ruhig und gleichmäßig bleiben, genauso wie der Pulsschlag, den man unter dem  Hinterschenkel oben in der Beuge fühlt. Die Wadenwickel sollte man wenigstens alle ¾ Stunde wechseln.

Hund und Katze

Wie man auf dem Bild sieht, scheinen die Wadenwickel diesem Junghund sichtlich gut zu tun, denn er blieb ganz ruhig liegen und wehrt sich nicht gegen diese Prozedur.

Erfreulich war – als wir nach ca. 3 Stunden beim Tierarzt ankamen – dass die Temperatur auf 39,5 °C gefallen war.

Wenn der Hund Gras frißt…
In der Regel fressen Hunde Gras, wenn sie Durst haben. Es kann sich aber auch einfach nur und eine blöde Angewohnheit handeln. Oftmals ist aber auch im Magen oder Darm etwas nicht in Ordnung, und dann fressen die Hunde das Gras, um etwas herauszubrechen. Im letzteren Fall sollte man unbedingt das Grasfressen verhindern,  denn gerade bei Magen-Darm-Erkrankungen kann der kranke Magen das Gras nicht mehr verdauen und es kommt zur Klumpenbildung im Magen, und ein Magen- oder Darmverschluss ist dann unweigerlich die Folge.

Manche Hunde springen häufig Menschen an. Ist das eine Unart oder angeborenes Verhalten?

Gerade bei unserer Rasse, die bei liebevoller Aufzucht sehr Menschen bezogen ist, ist es die Realität, dass der Kerry zur Begrüßung hochspringt. Dieses Hochspringen ist keine Unart  sondern ist dem Hund als  Verhaltensmuster angeboren und bedeutet unter Hunden eine gegenseitige Akzeptanz.

Wir Menschen empfinden diese Begrüßungszeremonie oftmals als sehr unangenehm, besonders dann, wenn wir helle Kleidung tragen und der Hund gerade aus dem Garten kommt!!!

Mit den Worten:“ Lass das, pfui ist das, hör auf damit“ versuchen wir dem Hund, dieses Verhalten abzugewöhnen und was natürlich durch unser Fehlverhalten, verbale Kommunikation und strenger Blickkontakt, genau das Gegenteil bewirkt. Mit unserem Verhalten animieren wir den Hund immer mehr zum Hochspringen.

Richtiger ist es, sich sofort umzudrehen und unter keinen Umständen mit dem Hund weder durch Blickkontakt noch durch Worte zu kommunizieren. Sicherlich wird es der Hund ein zweites Mal versuchen; verhalten wir uns dann so, wie angegeben, merkt der Kerry sofort, hier habe ich etwas falsch gemacht und wird sich ignorierend abwenden.

Um dieses angeborene Verhalten abzubauen, sollten wir diese kritische Situation häufig herbeiführen. Klappt es, dann wird das positive Verhalten durch ein Ballspiel oder ein Leckerchen bestätigt.

Arbeitet man mit dem niedlichen, kleinen Welpen von Anfang an so wie angesprochen, wird man niemals ein Problem bekommen, da der Hund diese Begrüßungszeremonie  niemals kennen gelernt hat.

Was viele Hundebesitzer nicht wissen: Läuft Ihr Hund im Feld frei (in einer geschlossenen Ortschaft ist das sowieso verboten), es kommt ein Jogger, Fußgänger usw. des Weges daher und Ihr Kerry springt diesen an, so ist dieses Verhalten nach unserem Recht ein Straftatbestand und wird als fahrlässige Körperverletzung bewertet. Obwohl der Passant körperlich nicht verletzt ist, da er sich sehr stark erschrocken hat und große Angst bekam, wird dieses Verhalten, wie oben angegeben, gewertet.

Deshalb mein Rat: Wenn sich Ihr Kerry nicht von seinem Vorhaben abbringen lässt, weil er einfach so menschenbezogen ist, nehmen Sie ihn an die 10 m Schleppleine, um ihn rechtzeitig zu sich heranzurufen. In diesem Fall ist es natürlich sinnvoll, den Kerry ständig an der Schleppleine zu führen, ihn, selbst wenn auch kein direkter Grund besteht, zu sich heran zurufen und bei sofortigem Kommen, ihn mit einem besonderen Leckerchen oder Ballspiel zu bestätigen; wobei das Ballspiel nicht von Ihnen weg sondern um Sie herum geschehen sollte.


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