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Fragen & Antworten

An dieser Stelle möchte ich auf häufig gestellte Fragen eingehen, die immer wieder von Interessenten und Hundebesitzern an mich herangetragen werden. Dadurch können auch Sie von meinen langjährigen Erfahrungen als Züchter profitieren.

Jedermann spricht von der großen Cruft’s Dog Show. Aber wer stand eigentlich Pate für eine der größten Hundeschauen der Welt?

Es war Charles Cruft. Cruft war ursprünglich ein akademischer Student. Sein Vater hatte ein Juweliergeschäft und hoffte, ihn als Nachfolger. Doch Beides ignorierte Cruft. Er bewarb sich als Mitarbeiter bei dem damals bekannten Hundekuchenhersteller James Spratt und wurde sehr schnell dessen Assistent. Als erster Handlungsreisender in der Branche hatte er sehr gute Kontakte zu Jägern und Wildhütern und daraus resultierend wurde er Direktor der Abteilung für Hundeausstellungen. Er war aufgrund seiner organisatorischen Fähigkeiten so bekannt, dass man ihm die Organisation der Pariser Hundeausstellung übertrug. Diese Erfahrung kam ihm dann bei seiner späteren Tätigkeit, eigene Ausstellungen zu organisieren, zu Gute.
Seine erste große Terrier Ausstellung hielt er 1886 im Royal Aquarium in Westminster ab. 600 Hunde wurden in 57  Klassen vorgestellt. Ein werbender Artikel in der TIMES sorgte für reichlich Publikum. Eine weitere Terrier Ausstellung wurde in St. Stephen’s Hall in Westminster durchgeführt. Hier waren bereits schon 75 Klassen ausgeschrieben; die Gesamtmeldezahl blieb aber hinter  der ersten Ausstellung zurück. Nicht einfach war in dieser Zeit die Organisation der Tiertransporte. Auch das Anreisen der Personen musste organisiert werden. 1889 war dann die letzte Ausstellung im Royal Aquarium. Im Jahre 1891 nannte sich diese Hundeausstellung „Cruft’s größte Hundeausstellung“, bei der dann alle Rassen zu sehen waren. Mit Ausnahme der Jahre 1918-1920 fand „Cruft’s“ bis 1939 jährlich in Royal Agricultural Hall in London statt. Genau wie heute, gab es auf Cruft’s viel Hundezubehör, zwar etwas anderer Art wie heute, zu erwerben.
1915 arrangierte Cruft eine Ausstellung für „vierbeinige Kriegshelden“, um das Interesse des Publikums auch während der Kriegsjahre aufrecht zu erhalten. 1917 wurde die Ausstellung erst einmal abgesagt. 1922 wurde die Cruft’s erneut zu einer Attraktion, denn der Papillon und der Afghane zogen viele Schaulustige an. 1925 bekam Cruft eine Assistentin, die 17 Jahre später, nach seinem Tod, sein Amt als Geschäftsführerin bei Cruft’s International Dog Show Society übernahm. 1939 starb Charles Cruft. Nach 3 Jahren entschloss sich seine Witwe, die Ausstellung nicht mehr weiter zu führen. Damit der Name „Cruft’s“ auch weiterhin erhalten bleibt, übernahm dann der Kennel Club bis heute die gesamte Organisation.

Was heißt eigentlich „ZÜCHTEN“?

Züchten heißt, sich mit der Kynologie, der Lehre des Hundes, zu befassen und in Generationen zu denken. Fassen wir diese beiden Komponente zusammen, dann ersehen wir, welch umfangreiches Wissensgebiet ein erfahrener Züchter haben sollte.
Es ist nicht damit getan, zwei Hunde zu verpaaren, die notwendigen Geburtsvorbereitungen zu treffen und sich dann auf den Wurf zu freuen. Diesen aufzuziehen und ab der 9. Woche zu verkaufen. Das wäre sicherlich zu einfach und hat auch mit dem eigentlichen gewissenhaften Züchten nichts zu tun.
Für einen kompetenten Züchter ist die erste Aufgabe, dass seine wesensfeste, gedeckte Hündin in einem stressfreien Umfeld ihre Tragezeit erleben darf.  Erlebt die Hündin in dieser Zeit sehr viel Negatives (Verlust einer lieb gewonnen Person, sehr viel Unruhe im Umfeld, zu wenig Zuneigung der Bezugsperson u.v.m.) so kann man mit aller Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Embryonen, also die im Mutterleib heranwachsenden Welpen, durch Hormonschwankungen bei der Mutter, ausgelöst durch Vorgenanntes, diese Auslöser zu Veränderungen bzw. zur Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung der Welpen führen. Hauptsächlich im späteren Verhalten treten Wesensmängel, wie Ängstlichkeit oder Aggressivität, auf, die irrtümlicherweise den Genen zugeordnet werden.
Wie wir alle durch erfahrene Forscher wissen, gibt es  in der Wesensentwicklung eines Welpen sehr viele Phasen, die den Züchter fordern, dies zeitnah zu erkennen und für die weitere geistige  und körperliche Entwicklung des Welpen diese alters entsprechend zu fördern, um sie auf das spätere Leben bei ihren neuen Besitzern vorzubereiten.
Bereits ab der 4. Woche, wenn die Welpen anfangen, ihre Umgebung zu erkunden, also flügge werden, und die Mutter sich allmählich zurückzieht, ist der Züchter gefordert, mit den Welpen altersgerecht zu spielen, an Umweltreize und den Geruch fremder Menschen zu gewöhnen.
Tut er das nicht, dann ist die Grundvoraussetzung für eine partnerschaftliche Beziehung „Mensch-Kerry“ nicht gelegt. Beschäftigt sich ein Züchter nicht mit seinen Welpen, d.h. er baut keinen persönlichen liebevollen Kontakt zu ihnen auf und der Käufer erwirbt den „jetzt“ Junghund erst nach der 16. Lebenswoche, so wird es sehr schwer sein, eine gegenseitige Bindung, also das gewünschte Idealverhalten „Mensch-Kerry“ aufzubauen.
Als langjähriger Kerry Blue Terrier Züchter erlaube ich mir abschließend sagen zu dürfen, dass die Hundezucht, wenn man sie wirklich ernst nimmt, eine äußerst verantwortliche Tätigkeit ist, die den Züchter sehr viel Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe, Zeit und Kraft kostet. Beim Umsetzen dieser täglich neu gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse können wir von einem fast 24-Stunden Job sprechen.

Was ist zu wissen, wenn Kerrys ohne Papiere angeboten werden?

Kerry-Welpen, die ohne Papiere angeboten werden, stammen aus Zwingern, die keinerlei Zuchtbestimmungen, Gesundheits- und Zwingerkontrollen unterliegen. Diese Züchter kennen nicht einmal den Standard und von der Fellpflege und Haltung haben sie keinerlei Ahnung. Gerne bin ich bereit, bei Interesse Ihnen Informationen über diese wirklich tolle Rasse zu geben und falls Sie die Hunde im Haus, im Garten, beim Spaziergang und im Umgang mit Fremden erleben möchten, dann rufen Sie mich einfach an und vereinbaren Sie mit mir und meinen geliebten Kerrys eine Termin.

Warum züchten Sie gerade Kerry Blue Terrier? Was fasziniert Sie so an der Rasse?

Diese Frage wird  mir sehr häufig gestellt, doch es fällt mir wirklich nicht schwer, diese mit voller Begeisterung zu beantworten.

Der Kerry Blue Terrier ist ein Hund, der äußerst liebenswert, anhänglich, verschmust, kinderlieb und wachsam, ohne aber scharf zu sein, ist. Besonders begeistert mich seine Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit, d.h. dass er gerne mit seinem Besitzer arbeitet, woraus eine enorme Bindung Mensch–Kerry resultiert. Für mich gibt es nichts schöneres, wenn ein Kerry, ohne Worte auf das  reagiert, was der Mensch ihm im Vorfeld schon durch seine Körpersprache signalisiert.

Der Kerry haart nicht, so dass man überall, wo man ihn mit hinnimmt oder wo er mit der Familie zusammen lebt, niemals Hundehaare finden wird. Er muss allerdings regelmäßig gekämmt und gebürstet, alle 4-6 Wochen gebadet und geschnitten werden.

Von der Größe (44,5-49,5cm Schulterhöhe) und dem Gewicht (13-17kg je nach Größe und Geschlecht) her ist der Kerry geradezu ideal.  Dadurch kann man ihn in einem Haus mit Garten und bei ausreichender Bewegung bestens in einer Stadtwohnung halten. Muss er auch mal getragen werden, so ist dies auch ohne Probleme möglich.

Bei artgerechter Ernährung (möglichst viel selbst zubereitete Nahrung) und Familien bezogener Lebensweise wird der Kerry außerdem recht alt.

Der Kerry Blue Terrier ist kein Hund, den man mal kurz um die Ecke führt und dann wieder auf das Sofa setzt. Da er, besonders als junger Hund, sehr temperamentvoll ist, sollte er doch regelmäßig  seine ausgedehnten Sparziergänge, bei denen er sich möglichst viel mit fremden Hunden trifft und nach Herzenslust austoben kann, haben. Er ist kein Hund, der trotz seiner Lernfreudigkeit ständig und immer eine Beschäftigung fordert oder sucht. Hat er sich bei seinen regelmäßigen Sparziergängen mit oder ohne geistige Arbeit ausgetobt, dann ist er ein absolut ruhiger und angenehmer Familienhund.

Linienzucht - Worum handelt es sich dabei, und wird diese in Ihrer Zucht "Zur Saliergruft" bevorzugt?

Hinterfragt man den Interessierten, was er über Liniezucht weiß, dann sind ausweichende Antworten keine Seltenheit. Linienzucht ist in gewissem Maße "Inzucht" und wurde und wird besonders in der Nutztierzucht (Milch- und/oder Fleischproduktion) angewandt, um besonderen Ertrag zu erzielen.
Anders sieht es natürlich bei uns Hundezüchtern aus. Wir betreiben Linienzucht um besondere anatomische Merkmale, Schönheitsideale oder Wesenszüge zu festigen oder gar zu verändern.
Doch bringt diese so genannte Linienzucht, bei der die Elterntiere doch oftmals sehr eng miteinander verwandt sind, nicht nur Positives. Bei erblich belasteten Tieren (leider stellt man dies erst bei älteren Hunden fest, die bereits schon einiges an Nachzuchten gebracht haben) werden Krankheiten wie Krebs, Leber- und/oder Nierenschäden, Steinbildungen, Allergien, Augenempfindlichkeit, diverse Hautirritationen, Skelettschäden, Kieferfehlstellungen oder Zahnverluste dadurch verstärkt.
Deshalb ist für mich in der Hundezucht „EHRLICHKEIT unter den Züchtern“ das oberste Gebot und Hundezucht kein Hobby sondern eine äußerst ernstzunehmende Angelegenheit, bei der eine Sammlung und Weiterleitung von erworbenen Kenntnissen äußerst wichtig ist.


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