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Selten: Ein Kerry im Schutzdienst!

Da wir eine Familie sind, die schon immer Hundesport betrieben hat,  auch mit dem Ziel an verschiedenen Prüfungen teil zu nehmen, war für mich klar, auch mit unserem Kerry Quentin zur Saliergruft muss etwas gearbeitet werden.

Quentin hat sich von Anfang an sehr gut angelassen. Er lebte sich schnell bei uns zu Hause ein, hatte vor nichts Angst und war sehr neugierig wenn ihm etwas Neues begegnete. Durch die gute und liebevolle Aufzucht bei Frau Erhart hatten wir auch keine Probleme ihn an uns zu binden, da er sehr anhänglich ist und auch zu Mensch und Tier ein sehr vertrautes Verhältnis hat.

Nun musste eine geeignete Sportart gefunden werden um unseren Kerry Blue Terrier richtig fordern und fördern zu können. Ich entschied mich für eine Ausbildung im VPG-Sport (Vielseitigkeitsprüfung – früher Schutzdienst). Da Quentin aufgrund seiner Größe nicht unbedingt zu den Rassen zählt, die dafür geeignet sind (wie z.B. Schäferhund, Rottweiler, Airedale Terrier) haben wir beschlossen es auszuprobieren und zu sehen was passiert.

Wider erwarten ließ sich Quentin gut an. Viele bestaunten den „kleinen Kerl“, wie er sich seine Beute, den Schutzarm, mit viel Mühe erarbeitet. Da wir bei uns im Verein zwei sehr gute und verantwortungsbewusste Schutzdiensthelfer haben, hatte ich keinerlei Bedenken, dass hier mein Hund „scharf“ gemacht werden könnte. Die VPG-Arbeit soll den Hunden Spaß machen und für sie ein Spiel sein. Der Schutzarm soll dem Hund Beute symbolisieren, die sich der Hund erarbeiten und „erkämpfen“ soll um dann damit durch spielen eine große Belohnung zu erfahren.

Quentin macht die VPG-Arbeit sehr viel Spaß. Er ist sehr engagiert und tut alles dafür um seine Beute zu erreichen. Er war von Anfang an ein sehr führiger Hund und hat alles sehr schnell gelernt. Manchmal habe ich den Eindruck er tut das alles nur um uns zu gefallen und von uns ein Lob zu bekommen.

Zum VPG-Sport gehören aber nicht nur die Arbeit mit dem Helfer, sondern auch noch Fährtenarbeit und Unterordnung. Die Unterordnung die der Hund zeigen soll, während der Helfer mit Arm auf dem Platz steht, ist nicht so einfach zu trainieren. Hier kann es oft auch Schwierigkeiten geben. Der Schutzarm ist für den Hund ein sehr großes Triebziel, da dies immer seine Belohnung ist. Dadurch wird es oft schwer für den Hund seine Gehorsamsübungen gut auszuführen, da er ja lieber gleich die Belohnung haben möchte. Der Kerry ist ein sehr sensibler Hund, was das Ganze nicht wirklich einfacher macht. Das schöne „bei Fuß gehen“, erst zum Helfer rennen, wenn es gesagt wurde oder das Umlaufen der Verstecke müssen also sehr intensiv geübt werden. Ein strengeres Kommando muss manchmal auch sein, wobei es nur sehr gezielt und dosiert eingesetzt werden kann. Quentin würde es mir sonst übel nehmen, sich hinsetzen und gar nichts mehr arbeiten wollen. Normalerweise hört er sehr gut, wobei auch bei uns schon der ein oder andere Fehlstart von Quentin der Fall war. Also musste auch Quentin einige Übungen öfter wiederholen bevor es eine Belohnung gab. Im nächsten Jahr haben wir eine VPG1 Prüfung geplant. Der erste Kerry Blue Terrier in unserem Verein, der zu dieser Prüfung antritt. Hoffentlich auch erfolgreich!

Abschließend kann ich sagen, bei UNS werden die Hunde nicht scharf gemacht, sondern über Gehorsam und Spieltrieb ausgebildet. Würde mir beim Spaziergang eine Person begegnen und ich würde zu Quentin sagen „Pack“, würde er nicht wissen was er machen soll, weil seine Belohnung der Schutzarm nicht in Sicht ist!

Bestimmt gibt es auch wesentlich geeignetere Rassen für den VPG-Sport als einen Kerry Blue Terrier, aber Quentin macht es soviel Spaß und Freude, dass wir weiter machen werden. Ein Kerry im Schutzdienst ist eben eine Seltenheit!


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